Juckendes Ohr nach dem Schwimmen: Oft ist Feuchtigkeit schuld
Ein juckendes, verstopftes Ohr nach dem Schwimmen liegt selten nur am Restwasser. Feuchtigkeit, Wattestäbchen und Kopfhörer reizen den Gehörgang zusätzlich.

Wer nach dem Schwimmen tagelang ein juckendes oder verstopftes Ohr hat, denkt oft zuerst an Restwasser, das einfach nicht abläuft. Meistens steckt aber mehr dahinter: Feuchtigkeit, die im Gehörgang hängen bleibt, schafft dort ein Klima, in dem sich Bakterien besonders wohlfühlen – und zwei alltägliche Gewohnheiten machen das Problem oft noch schlimmer, ohne dass man es merkt. Was wirklich dahintersteckt und was hilft.
Feuchtigkeit verwandelt den Gehörgang in einen Nährboden
Die Haut im Gehörgang ist normalerweise von einer dünnen, leicht sauren Ohrenschmalzschicht geschützt, die Bakterien und Pilze in Schach hält. Bleibt nach dem Schwimmen, Duschen oder in feucht-warmer Umgebung Wasser im Gehörgang stehen, wird diese Schutzschicht ausgewaschen und die Haut darunter aufgeweicht. Genau dieses warme, feuchte Milieu brauchen Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa oder Staphylococcus aureus, um sich zu vermehren – deshalb zeigt sich eine Gehörgangsentzündung (Badeotitis) oft schon ein bis zwei Tage nach dem Schwimmen im See oder Freibad.

Wattestäbchen und Kopfhörer verschlimmern das Problem
Wattestäbchen gehören zu den häufigsten Auslösern für Reizungen im Gehörgang. Statt Ohrenschmalz zu entfernen, schieben sie ihn meist nur tiefer und reizen dabei die dünne Gehörgangshaut, wodurch kleine Verletzungen entstehen, durch die Bakterien leichter eindringen können. Kopfhörer mit Ohrpassstück sind ein weiterer Risikofaktor: Werden sie stundenlang getragen, staut sich Wärme und Feuchtigkeit genau an dieser empfindlichen Stelle, und die ständige Reibung beim Einsetzen kann die Haut zusätzlich reizen.
Was wirklich hilft
- Kopf zur Seite neigen und trocken tupfen — Nach dem Schwimmen oder Duschen den Kopf abwechselnd zu jeder Seite neigen, damit Wasser abläuft, und die Ohrmuschel mit einem Handtuch trocken tupfen. Nichts in den Gehörgang selbst einführen.
- Auf Wattestäbchen verzichten — Ohrenschmalz transportiert sich normalerweise von selbst nach außen; bei einem Völlegefühl lieber ärztlich abklären lassen statt selbst zu reinigen.
- Rezeptfreie Ohrentropfen aus der Apotheke — Viele Apotheken führen desinfizierende Ohrentropfen oder -sprays, die nach dem Schwimmen helfen können, Restfeuchtigkeit zu trocknen und den Gehörgang für Bakterien unattraktiver zu machen.
- Kopfhörerpausen einlegen — bei langen Anrufen oder beim Sport zwischendurch auf Lautsprecher oder Bügelkopfhörer wechseln.
Das heißt nicht, komplett aufs Schwimmen oder Kopfhörer zu verzichten – meist reichen kleine Anpassungen beim Abtrocknen und Reinigen schon aus. Halten Schmerzen, Schwellung oder Ausfluss länger als ein, zwei Tage an, sollte ein Arzt draufschauen, da eine fortgeschrittene Entzündung oft verschreibungspflichtige Tropfen braucht. Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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