Zucker und Frittiertes: Was den Augen schadet
Zucker, frittierte Speisen und Handynutzung im Dunkeln setzen den Augen mehr zu. Was laut Studien das Risiko für grauen Star und Makuladegeneration senken kann.

Wer im Alter über verschwommenes Sehen, Blendempfindlichkeit oder trockene, müde Augen klagt, schiebt das meist automatisch auf die Jahre. Tatsächlich spielen aber auch alltägliche Gewohnheiten eine Rolle, die mit dem Geburtsdatum wenig zu tun haben: Was auf dem Teller landet, wie das Essen zubereitet wird und wie der Blick abends auf das Smartphone fällt, kann die Augen zusätzlich belasten. Drei Faktoren stechen dabei besonders hervor – und sie lassen sich alle im Alltag beeinflussen.
Zucker und Glykation: Wie süße Snacks die Augenlinse belasten
Wird regelmäßig viel Zucker aufgenommen, steigt der Blutzucker rasch an – und mit ihm die Bildung sogenannter Advanced Glycation Endproducts, kurz AGEs. Diese Verbindungen entstehen, wenn sich Zuckermoleküle dauerhaft an Proteine binden, und sammeln sich mit der Zeit auch im Augengewebe an. In der Augenlinse können AGEs die dort ansässigen Proteine verändern und deren empfindliches Gleichgewicht stören, sodass die Linse an Klarheit verliert und Licht stärker streut – ein Mechanismus, der beim grauen Star (Katarakt) eine Rolle spielt. Auch im hinteren Augenabschnitt steht die Ablagerung von AGEs im Verdacht, oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen zu befeuern, die mit der Entstehung einer Makuladegeneration in Verbindung gebracht werden. Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang bei Menschen mit Diabetes, bei denen dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte grauen Star nachweislich häufiger und früher auftreten lassen – ein Hinweis darauf, dass Zucker im Übermaß den Augen auf Dauer nicht guttut, unabhängig von einer Diabetesdiagnose.
Frittiertes und verarbeitete Fette: Risikofaktor für späte Makuladegeneration
Auch die Wahl der Fette auf dem Teller wirkt sich aus. Werden Öle wiederholt stark erhitzt, wie es beim Frittieren üblich ist, entstehen oxidierte Fettabbauprodukte, die im Körper Entzündungsreaktionen begünstigen können. Diese Prozesse belasten unter anderem die feinen Blutgefäße der Netzhaut, die für die Versorgung der Makula zuständig sind. Eine Auswertung im Rahmen der großen amerikanischen AREDS-Kohortenstudie, die vom National Eye Institute unterstützt wurde, fand bei Teilnehmenden mit einem westlich geprägten Ernährungsmuster – reich an rotem und verarbeitetem Fleisch, frittierten Speisen, raffinierten Getreideprodukten und fettreichen Milchprodukten – ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für die fortgeschrittene Form der altersbedingten Makuladegeneration im Vergleich zu einem eher mediterran geprägten Ernährungsstil. Frittierte Lebensmittel und stark verarbeitete Fertigprodukte sind damit nicht nur aus Sicht von Herz und Kreislauf, sondern auch für die Augengesundheit ein Ernährungsfaktor, den es im Blick zu behalten lohnt.
Smartphone im Dunkeln: Warum die Augen dabei seltener blinzeln
Der dritte Faktor betrifft weniger die Ernährung als die Bildschirmgewohnheiten. In entspanntem Zustand blinzelt ein Mensch etwa 16- bis 22-mal pro Minute – dieser Rhythmus verteilt den Tränenfilm gleichmäßig über die Augenoberfläche und hält sie feucht. Bei konzentrierter Bildschirmnutzung, insbesondere beim Scrollen oder Spielen auf dem kleinen Smartphone-Display, sinkt die Blinzelrate deutlich, in manchen Untersuchungen auf nur noch vier bis sechs Blinzelbewegungen pro Minute. Wird dabei zusätzlich im abgedunkelten Raum auf das helle Display gestarrt, wird noch seltener geblinzelt, weil die Augen unbewusst noch stärker auf den Bildschirminhalt fixiert bleiben. Die Folge ist ein instabiler Tränenfilm, der schneller verdunstet – spürbar als Trockenheit, Brennen oder ein sandiges Gefühl, besonders am Abend.
Was den Augen wirklich guttut
- Grünkohl und anderes dunkles Blattgemüse — Die enthaltenen Carotinoide Lutein und Zeaxanthin lagern sich gezielt in der Makula ein und können dort als natürlicher Filter wirken, der oxidativen Stress abmildert.
- Fetter Fisch wie Makrele oder Hering — Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und werden in Beobachtungsstudien mit einem geringeren Fortschreiten der Makuladegeneration in Verbindung gebracht.
- Die 20-20-20-Regel am Bildschirm — Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen mindestens sechs Meter entfernten Punkt blicken hilft, den natürlichen Blinzelrhythmus zurückzuholen und den Tränenfilm zu stabilisieren.
Kurz zusammengefasst
Zucker, häufig frittierte Speisen und stundenlanges Scrollen im Dunkeln wirken auf den ersten Blick wie drei völlig unterschiedliche Gewohnheiten – tatsächlich setzen sie den Augen aber über ähnliche Mechanismen zu: Glykation, oxidativer Stress und ein instabiler Tränenfilm. Wer öfter zu grünem Blattgemüse und fettem Fisch statt zu Frittiertem greift und beim Bildschirm bewusster blinzelt, kann seinen Augen damit spürbar entgegenkommen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine augenärztliche Untersuchung – bei anhaltenden Beschwerden wie Sehstörungen, starker Lichtempfindlichkeit oder chronisch trockenen Augen sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden.
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