Kribbelnde, kalte oder geschwollene Hände und Füße: Diese Ernährungsgewohnheiten könnten mitverantwortlich sein
Kribbelnde, kalte oder geschwollene Hände und Füße liegen nicht immer am Alter. Fettreiche Brühen, Kaffeeweißer und Fruchtsaft belasten oft die Durchblutung.

Wenn Hände und Füße häufig kribbeln, kalt wirken oder abends spürbar geschwollen sind, liegt der Verdacht meist nahe: einfach das Alter. Tatsächlich hängt die Durchblutung der Extremitäten aber eng mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten zusammen – und drei davon tauchen besonders häufig auf: fettreiche, lange ausgekochte Brühen, Instantkaffee mit Kaffeeweißer und ein tägliches Glas Fruchtsaft. Wie diese drei Gewohnheiten die Durchblutung und den Wasserhaushalt beeinflussen und was wirklich hilft, zeigt dieser Überblick.
Gesättigte Fettsäuren in ausgekochten Brühen
Wird Knochenbrühe oder Rinderbrühe stundenlang ausgekocht, lösen sich die Fettsäuren aus dem Knochenmark und dem Fettgewebe direkt in die Flüssigkeit. Stellt man die Brühe über Nacht kalt, setzt sich dieses Fett als feste, meist helle Schicht an der Oberfläche ab – ein deutliches Zeichen für einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren, die bei Kühlschranktemperatur fest werden. Wer dauerhaft zu viel gesättigtes Fett isst, begünstigt Arteriosklerose, also die Ablagerung von Fettstoffen an den Gefäßwänden, wodurch der Blutfluss – auch bis in die kleinen Gefäße von Händen und Füßen – zunehmend eingeschränkt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, gesättigte Fettsäuren auf 7 bis 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen, doch der tatsächliche Durchschnittskonsum in Deutschland liegt mit rund 15 bis 16 Prozent deutlich darüber.

Kaffeeweißer und Salz
Kaffeeweißer, wie er häufig in Instantkaffee eingerührt wird, besteht meist nicht aus Milch, sondern zu einem großen Teil aus gehärteten pflanzlichen Fetten wie Kokos- oder Palmkernöl. Typische Produkte enthalten etwa 32 Gramm gesättigte Fettsäuren pro 100 Gramm – ein hoher Wert, der sich bei mehreren Tassen am Tag schnell summiert. Wird dazu regelmäßig salzreich gegessen, hat das einen zweiten Effekt: Der Körper hält mehr Wasser im Gewebe zurück, um die Natriumkonzentration im Blut auszugleichen, was sich häufig als Schwellung an Händen und Füßen zeigt. Die DGE empfiehlt maximal 6 Gramm Kochsalz pro Tag, die WHO sogar nur 5 Gramm – tatsächlich liegen laut Verbraucherzentrale rund 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer in Deutschland über dieser Empfehlung.

Fruchtsaft ist nicht dasselbe wie ganzes Obst
Wird Obst gepresst, geht dabei der Großteil der Ballaststoffe verloren, und übrig bleibt vor allem konzentrierter Zucker in flüssiger Form. Dieser Zucker wird deutlich schneller aufgenommen als beim Verzehr der ganzen Frucht, was zu stärkeren Blutzuckerschwankungen führt. Eine vielzitierte Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health, 2013 im Fachjournal The BMJ veröffentlicht, begleitete über 187.000 Erwachsene rund zwei Jahrzehnte lang: Wer mindestens zweimal pro Woche ganze Früchte wie Heidelbeeren, Trauben oder Äpfel aß, hatte ein bis zu 23 Prozent geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes, während ein tägliches Glas Fruchtsaft das Risiko um bis zu 21 Prozent erhöhte. Solche wiederkehrenden Blutzuckerschwankungen belasten auf Dauer die Gefäßwände.

Was wirklich hilft
- Brühe kalt stellen und Fett abschöpfen — Über Nacht im Kühlschrank kaltgestellt, lässt sich die feste Fettschicht mit einem Löffel oder Spachtel abheben, bevor die Brühe wieder erhitzt wird.
- Kaffee auf Milchbasis umstellen — Fettarme Milch oder ungesüßte Hafer- oder Sojamilch statt Kaffeeweißer senkt gleichzeitig den Anteil an gesättigten Fettsäuren und oft auch an Salz.
- Obst statt Saft essen — Wer die ganze Frucht isst oder mit Fruchtfleisch püriert, behält die Ballaststoffe, die den Zuckeranstieg abbremsen.
Kurz zusammengefasst
Keine der drei Gewohnheiten muss komplett gestrichen werden – die genannten Änderungen sind als Alternativen gedacht, nicht als Verbote. Wer bei Brühe, Kaffee und Obst bewusster auswählt, kann die Belastung für die Durchblutung spürbar verringern. Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung – treten Taubheitsgefühle oder Schwellungen plötzlich oder stark auf, sollte eine internistische Fachärztin oder ein Facharzt für innere Medizin aufgesucht werden.
